Vertragsunterzeichnung ist wichtiger Schritt für die Genossenschaft
Die Bürgerenergie Aller – Fuhse – Aue (BE-ALFA) hat am Donnerstag, 7. Mai 2026 den größten Entwicklungsschritt seit ihrer Gründung vor vier Jahren getan. Sie erweitert durch die Übernahme der beiden in Nienhagen gelegenen Windenergieanlagen ihr Portfolio in Sachen erneuerbare Energieerzeugung.
In den vergangenen Monaten war es zu intensiven Gesprächen zwischen der Bürgerenergie und dem bisherigen Betreiber der Windenergieanlagen CPC Germania gekommen. Der Projektentwickler und Grünstromproduzent aus Rheine hatte ursprünglich geplant, die beiden Anlagen in Nienhagen durch größere und leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen, war aber an dem Einspruch der Bundeswehr gescheitert. Der Militärflughafen in Celle, so hieß es, benötige einen angemessenen freien Korridor für einen ungestörten Flugbetrieb.
Auf dem Hintergrund dieser ungeklärten Situation, wie es mit dem Betrieb der Anlagen in Nienhagen weitergehen könne, ist schließlich die Bürgerenergie auf die CPC Germania zugegangen. Gemeinsam konnte man sich in konstruktiven Gesprächen darauf einigen, dass die regional agierende Genossenschaft die beiden Anlagen künftig in Eigenbetrieb übernimmt. Joachim Binotsch CTO bei CPC Germania: „Wir sind aus Überzeugung in der Windkraftbranche unterwegs, da musste uns die Bürgerenergiegenossenschaft nicht lange überreden. Wir freuen uns, dass wir engagierte Menschen, die sich vor Ort um die Energiesicherheit kümmern, unterstützen können“.
Die regionale, von mehr als 250 Mitgliedern getragene, Bürgerenergie sieht gute Chancen, die Anlagen aus den frühen 2000er Jahren noch viele Jahre weiter zu betreiben. Wilhelm Schönewald, der technische Fachmann und Projektentwickler der Genossenschaft: „Diese Anlagen sind damals noch mit deutlich höheren Sicherheiten geplant und realisiert als heute. Von Experten werden die Anlagen wegen ihrer robusten, langlebigen Bauweise auch als ‚Eisenschweine‘ bezeichnet.“
Die BE-ALFA vervielfacht mit der Übernahme der beiden Anlagen ihre Stromerzeugungskapazität auf 2.890.000 kWh pro Jahr. Das entspricht einer Versorgungskapazität, die hinreichend ist für über 600 Haushalte. „Der Einstieg in die Windenergie ermöglicht uns ganz andere Dimensionen beim Energy Sharing innerhalb der Genossenschaft, aber auch bei der Direktbelieferung von Unternehmen in der Region“ freut sich Binnewies über den erfolgreichen Vertragsabschluss.
Die Bürgerenergie will künftig in Sachen Energiewende und Energieautarkie weiter aufs Tempo drücken und sucht neue Mitglieder für ihre ehrgeizigen Projekte. Binnewies: „Wir prüfen gegenwärtig sinnvolle Ergänzungen wie Batteriespeicher direkt an den Windrädern oder ergänzende Freiflächen-PV-Anlagen“.
Für Wilhelm Schönewald ist „jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Genossenschaftsanteile zu erwerben“ Auf der nächsten Generalversammlung im Juni wird ein Vorschlag diskutiert werden, bei zukünftigen Beitritten eine Bearbeitungsgebühr zu erheben. Schönewald: „Wer jetzt noch einsteigt, kann bald von den neuen Angeboten der BE-ALFA profitieren und unterstützt eine Energieversorgung in der Hand der Menschen hier in der Region“.
Bild (Uwe Schmidt-Seffers) Am Donnerstag konnten Wilhelm Schönewald und Dr. Tomas Binnewies vom Vorstand der be-alfa sowie Joachim Binotsch und Gunnar Schwender von der CPC Germania (v.l.) an Ort und Stelle vor den beiden Windrädern den offiziellen Kaufvertrag unterschreiben.
Ein Beitritt ist ganz einfach online möglich unter https://www.be-alfa.de/mitglied-werden/

